Tagebuchnotizen

privates Lebensmittelretten 

als Geisteshaltung und Lebensstil

Aspekte, Episoden, Berichte und Bilder

Auftakt: Das Brot

Brot & Co

 
Brot in Berlin

Aus dem Hostel gehe ich ungefrühstückt, weil es so früh losgeht, den Kaffee allerdings, den hatte ich geholt, der Beste am Tag, na, ein Beststart jedenfalls, wenn die Stärke stimmt.   

Der Weg ist gezackt, unlogisch, verwirrend, stimmt die Richtung noch, ich weiß es wieder nicht. Der Weg in diesen Schuhen, Puh. In diesem Aufzug. Puh. 

In den Morgen hinein horche ich auf Berlin, da ist aber nichts, die Leute sind noch nicht unterwegs, nur ich gehe und lese die Schilder der Bars, was es überall gibt später, wenn es losgeht, die Woche hat begonnen, und der Termin gibt mir Zeit für später, kurze Pflicht, viel Vergnügen, nur schade um das Frühstück. 

Die Cafés. Schön schön. Wer da hingeht. Schnieke pieke. Nett und adrett und vegan oder vegetarisch auf Wunsch mit Tier. 
Und da liegt es ja auch, mein Frühstück. Kleine Pide. Drei Stück. Zwei Ganze, eines fast. 
Auf der Sitzbank vor dem Café. Das hat noch zu. 
Die Nachtfrühstücker hatten wohl noch keinen Hunger. Und ich 
denke 
Ratten. Taubenkacke. Hundepisse. Gift, daran denke ich. 
Denke, was kann dran sein. 
Denke: 
Nichts. 
Ich 
Nehme 
Es 
An mich 
In den Rucksack 
Gerade noch Platz 
Für 
Das Beste am Tag 
Nach dem Kaffee: 
Das Brot. 


"Die ist sich vor nichts fies." Dietmar Th.
 


Cornflakes im Fairteiler

Wie ein Geier kralle ich mir die no name FamilienPackung Cornflakes. 750 Gramm geschenktes Glück im Kasten. Dafür muss ich alles nochmal umsortieren, in den Fahrrad- Packtaschen. Aber dann geht´s. Ewig nicht mehr gegessen.  Dran gedacht, neulich. Nun sind sie da. In meinem Besitz! 

Mit Milch. Mit Banane. Mit Saft. Eigentlich ungute Erinnerungen, Cornflakes machen weder satt noch ein gutes Gefühl. Dabei gar nicht so schlimme Sachen drin. Vermutlich die Kombination. Trotzdem, der Geier will die Beute fressen. Doch dann steht sie erstmal rum, die Packung, ungeöffnet. 

Irgendwann dann mal aufgeschnitten, die Tüte. Riecht wie früher. Und nochmal zwei Wochen später geht’s ran an die Buletten. Drei Tage zu tun. Ohne Milch. Mit Milch. Nur Milch. Ohne Zucker. Ohne Saft. Süß genug. 
Sättigt nicht. War schon bekannt. 
Aber die Farbe. Das Kaugefühl. Das Kaugefühl. Der Wettlauf mit dem Weichegrad. Lappig, wabbelig, durchtränkt von der Milch. 

Einmal im allerersten Job: Krankenhausküche, Frühstückspause Kantine: gerade die Flakes in die Milch geworfen, kommt der Küchenchef und tobt, die Damen hätten nicht fertig…irgendwas war nicht zu Ende gemacht worden. Zacki zacki, die Großküchentöpfe noch spülen oder etwas niederschmetternd Anstrengendes dieser Art. Auf! Andiearbeit!
Danach, die Flakes: eine einzige Pampe. Aushilfskollegin sagt fröhlich, so mag ich die am liebsten! Kann ja sein. 

Heute: portionsweise die Flakes in die Milch werfen. Berge bauen, Milch nur unten.
Natürlich nicht wirklich hilfreich. Weicht trotzdem auf. Oben: knack, knack, knusper. Nochmal. Nachfüllen.

Die Milch zum Gericht darf auch nicht so genannt werden. Notmilch. Gerettet vor Monaten. Haltbar und schon lange drüber. Ungekühlt. Laktosefrei! Immerhin. Nicht auch noch Bauchschmerzen riskieren, angeblich passiert das im erwachsenen Darm. Aber: laktosefrei! Ekelhaft.
Nun mal aufhören mit den Flocken, dem Knacken. 

Nicht satt. Aber der Tag isst jung.
Stunde später. Sodbrennen.  
Super Sache, so Cornflakes.  


Brotausstellung

 
Brotausstellung

Es ist zu viel, viel zu viel.
Eine Brötchen Lawine geht los und nun liegt sie da wie Geröll, das Zimmer ist voll, auf jeder Ritze, Ecke, Lücke liegt eines, ein Rundes, ein Dreieckiges, ein Geschlitztes eins mit Stern eins ohne alles, glänzend und matt – und alles aus Typ 450, max. 550. Die Weizenwampe ist vorprogrammiert. Aber für die Gute Welt wird es nun dekorativ getrocknet und der Geruch zumindest ist kalorienfrei, er macht nur etwas benommen. Wahrscheinlich hungrig.

Rumms, gerade ist eins hinter die Heizung gerutscht, zum Glück kommt es unten wieder rausgeklackert. Andere sind fest verkeilt zwischen Heizung und Fensterbrett, aber beim Trocknen schrumpft der Umfang und wenn sie hart sind, lassen sie sich leicht befreien und kommen in den Sack. Rezept des Monats: Brotsuppe, Semmelknödel und Arme Ritter.  Arme Zähne auch :-).



Abholung am Abend

Da kommt noch eine und kauft sich
Eine Schnecke

Ich nehme das Blech
 
 

Research

Das Brot riecht wie eine Gewürzfritteuse

Woher, woher, wer backt denn sowas? 
Bergeweise landet es im Fairteiler
Neugierstau trotz Suchmaschinen. Geheim, es bleibt geheim. 

Glücksfund auf facebook: der Bäcker I., der Rüdiger.
Lachen mit Sahnehäubchen. 
Auch ein Geheimtipp.


Werden, Wachsen

...und Vergehen

Foodsharing WG

Knoblauch

Wir hatten doch ...  eben noch ... vier große Schüsseln voller Gemüse, 1b Qualität, aber leider ist alles aufgegessen. Was bleibt – eine Riesenknolle Knoblauch, mit grünen Spitzen. Lebendig!  
Tja. Gestern Zwiebeln (das gesündeste Gemüse) und heute: Knoblauch. Ein paar alte Blätter (gib´s den Hasen) Kohl waren noch übrig. Das ergibt: super Suppe. Mit Chili. Aus dem Minireagenzglas mit Schraubdeckel. Ein Giveaway von der letzten Berufsbildungsmesse. Der Mix ist grandios. Die Nachhaltigkeit auch. Morgen Bürotag. Migränekollegin hat wegen der schönsten Sonne alles verdunkelt, ich stinke wie ein Hundefurz. 1:1. 

Rest Knobi zum Abend, diesmal aber roh. Die WG braucht auch mal eine Kochgeruchspause. Ich bleibe danach in meinem Zimmer. 


Der Kohl ist für die Hasen. Tatsächlich. 


Gemüse

Alles Grünzeug dieser Welt
Kriterien:

regional
saisonal
m u ß   w e g 
international
antizyklisch angebaut
also auch Avocados aus Peru, Ananas aus Formosa und so weiter?
Man kann es nicht immer zu Ende denken.
Einpacken. Retten.
 



Aber auch Heimisches
Im Juli: Die Beerenschwemme
Erdbeeren (3 Stiegen oder 3 Eimer) 
Johannisbeeren, Blaubeeren, Himbeeren, Brombeeren, Stachelbeeren, .....
 

So schmeckt der Sommer

Ja, Beeren retten bedarf besonderer Kompetenzen sonst ist Reife = Matsche. Geheimtipp: Behälter. Auch sonst optimieren Behälter den Lebensmittel-Transport der losen Ware ungemein. Auf der sicheren Seite ist, wer die Behältnsse Schüsseln, Becher, Eimer vorher UND nachher nochmal fix durchzählt. So vergißt man im Eifer des schnellen Abholungsdurcheinanders nicht die beste Ware, bestens verpackt unterm Tresen. Ein bißchen Schwund ist auch schade. 

Die Gefallenen oder: voll im Saft

Reifen, Fallen. Sammeln, Schneiden. Viel Frühstück. Erst die einen, dann die anderen. 

oben:                3 vom Baum, 1 vom Schrank

unten: 20:00Uhr                                                       21:00Uhr

Alles hat seine Zeit - und seine Geschichte! 
Hier: klarer Fall von Mostbirnen. Aufgesammelt, aufbewahrt, angematscht, nicht jedoch das Aroma. Mal dran riechen. Mal probieren?
Köstlich. Man glaubt es nicht.

und der Salat...

Salat wächst und wird entsorgt in rauhen Mengen. So schade drum! Aber schnell essen, sonst Matsche.

Mit der optimierten Regenguß-Waschtechnik gibt es keinerlei Grund keinen Salat zu essen weil das Waschen so lästig ist: 
am Strunk aufrecht (wie auf dem Feld) unter fliessendes Wasser halten
Spiralen und Kreisel drehen und der Reihe nach
Schnecken und Sand rausspülen

dann der Scherenschnitt in die Schüssel 

Süppchen

Fängt schon an
beim Kochwasser
alle Farben

Chinaölig

Chinaölig

Wow. Chinesische Gläschen in rauhen Mengen im Fairteiler. Ohne Knoblauch. Chilli. Just right. Am nächsten Tag noch eins. Andere Sorte, das letzte. Mit Knoblauch. Mit Tofu. Mit Spices. Und mit Huhn!

Und alles in Öl. Maschinenöl, wird gelästert, der Copilot bringt es auf den Punkt. 
Vom Huhn: die Schuppen. Oder die Krallen. Jedenfalls nachhaltig. 

Erst kalt aufs Brot, sehr fettig scharf. Eine Huhnexplosion mit Tofufettklümpchen. Interesting.

Am nächsten Tag schnelle Suppe. Heiße Tasse. Warm ist der Hühnerfußgeschmack auch nicht besser. Das Maschinenöl verteilt sich in blutigen Blasen auf der Wasseroberfläche. 

Ach. Frischen Koriander rein, auch gerettet, bisschen gelb, viel gelb. Waschen! Kleinschneiden, Reggaefarben. Na ja, es gibt Schlimmeres. Fertig ist die Vorspeise.

Zum zweiten, dem Hauptgericht: das Babygläschen Bio Pute Karotten Kartoffeln Sahne (ab dem 4. Monat) auf gedünstetem Lauch. Absolut einwandfrei, gewaschen geschnipselt, super. Roch gut, schmeckt nach nichts. Nach dem scharfen Süppchen. 

Der Copilot isst Bandnudeln mit Tomatenspeck-Sugo. Alles gekauft. Frisch gekocht. Tja. Auch lecker. Jeder wie ers braucht.

Erstmal Bäuerchen machen. Das Huhn und/oder das Öl kommen ans Tageslicht. Das wird noch länger so bleiben. 

Danach mal die Hühnerfußthematik in Maschinenöl recherchiert. Kostet real 8,99. Glaub ich nicht. Unter "2,99 Sonderpreis" steht das MHD. Und eine Warnmeldung: Rückruf. Oh. 
Datum stimmt. PVC Weichmacher im Deckel. Hä. 
Ungünstig. 

Ich glaube, ich tu´s erstmal in den Kühlschrank.


Wem die Stunde schlägt.

Ungefährlich trotzdem lecker

Spargelwasser. Nach dem Kochen. Alles klar?

Belegte Brote

Vorspeise: Belag
Nachspeise: gelbes Brot, mit ohne Salat.

Abendspaziergang

Gossensammlung aus den diversen Gassen. Bevor die guten Quitten den Berg hinabkullern oder die allerseits abschüssig abgestellten Autos drüberfahren gehen die Quitten mit zur Rettung. Sehr lecker.  


Lernen Sie uns kennen

Nicht jedes gerettete Element läßt sich auf den ersten Blick kennen, erkennen geschweige denn verarbeiten. Da hilft die WG. Was ist es denn? Wie wächst es denn? Ja, was machen wir denn damit? 

Kleine Ausbeute

die Mischung machts

Ästhetik der Farbe Braun

Oben: Brot (Rest Hefeteig, wollte nicht in Tonne) unten Walnüsse, wollten nicht in der Wiese vermodern. Und die belegten Brötchen kann man auch nicht alle aufessen. Erstmal den Belag. Der Rest geht auch trocken.

Nachwachsende Rohstoffe

Von den täglichen Übrigbleibseln kann man eine eigene Zucht anlegen. Basilikum, Rosmarin, Thymian, Petersilie, Schnittlauch. Und so weiter. Menschen ohne grünen Daumen können´s auch: einfach abzupfen. Trocknen tut´s von selbst.

Messechecker

Gooddies und Giveaways

Letzte Adventskekse

Butter Zucker Mehl und Ei. Kneten, Ausstechen, Einpinseln, Backen. 
Einiges geht bis ins hohe Alter. Aber dann irgendwann doch nicht mehr. Leider.

Müsli

Gesammelt, gerettet, geschnitten, gemischt.                                                        Nur nicht selbst gemolken. 

Frühstück

auch alles Fundstücke

Zwei sind gekauft

Rätselspass. 

Süße Stückchen

1+1=2
oft aber: das ganze Blech

Die Nationaltorte

Glück, wenn alle Zutaten da sind :-). Ansonsten geht Kirschwasser auch mal so. Prost.

Immer wieder die Frage

Wie rum gehört die Brezel?
Richtig und Falsch machen das Leben kompliziert. Das Hufeisen zeigt es: hängt es falschrum an der Wand, bringt es Unglück. Solche Probleme entstehen meist erst, wenn das Ding zweckentfremdet verwendet wird. Was hat das Hufeisen an der Wand zu suchen. Die Brezel hält man waageecht, damit sie in den Mund passt. Das Salz nach oben. Ohne Salz: egal. 
Einfach bei der Banane, die kann man an beiden Seiten öffnen. Nie gesehen? Dann mal Augen aufsperren. 50-50. Die einen öffnen sie am Stiel, die anderen an der Blüte. Beides Geschmackssache.
Am einfachsten bei der Wurst. Da ist es wirklich egal. Sowieso ist die heutzutage ja schon geschnitten.

Die gute alte Blutspende beim DRK

Da gibt man und da kriegt man was. Im Anschluss das große Fressen. Der DRK Blutspende Tourismus soll hier als besonderes Highlight beworben werden. Denn die westfälischen Schnitten gibt´s dieserart nicht, schon gar nicht in rauhen Mengen. Unermüdlich wird von einer Gruppe emsiger Landfrauen im Alter von von 18 bis 88 in Hinterzimmern der Mettberg von der Mitte des rund zusammengestellten Tisches auf das zuvor gebutterte Lippische Landbrot geklatscht und gestrichen. Der Butterberg ist ebenso unerschöpflich. Kuchen gibt´s auch und Majo-Salate. Dazu Cola und Kaffee, damit´s rutscht und der Blutdruck nicht absackt. Gespendetes Cholesterin wird so gleich wieder hübsch angereichert. Bedient wird von vorne bis hinten. Da kann man nicht meckern. 
Im Schwäbischen wird hingegen was Warmes serviert. Wenn das aus ist, ist´s aus. Pech gehabt. 
Berlin bietet nix besonderes. 
Die Badische Variante wird demnächst gecheckt. 
Knauserig sieht das Büffet hingegen in den festen Spendezentralen aus, wo man nur terminiert zugelassen wird. Kein Vergleich zu den volksfestartigen Spendeevents im Ländlichen Raum! Erst liegt, dann sitzt man gesellig und braucht ordentlich was zwischen die Kiemen. Alkohol wurde vor langer Zeit abgeschafft, aber ansonsten ist es sehr gemütlich in den Gemeindehäusern, Schulzimmern und sonstigen temporären Futterstuben. 
Wo waren wir: Genau: gummiartige Kuchenstückchen in Glasvitrinen und ein paar Thermoskannen machen die Spendezentrale nicht gerade zum kulinarischen Ereignis und bedient wird man dort natürlich auch nicht. Also, am liebsten mobile Blutspende in Lippe, da geht’s zur Sache! Und Apfel, Banane, Schokolade UND ein DRK-Giveaway bekommt man auch noch mit nach Hause. Beim letzten Mal eine Taschenlampe. Der Weg im Lippischen Land ist lang. Ein bisschen Licht hilft. 

Eine währhafte* Mahlzeit

Frisch gerettet, gleich auf den Tisch. Weißwurst, Schupfnudeln, Salat. 
Das Bier dazu, nun ja..... Alkohol gibt´s nicht beim Foodsharing. Muss nicht.
Beim 2. Foto war die Wurst schon weg. Was da noch auf dem Teller ist, weiß ich nicht mehr.

* die währhafte Mahlzeit

Damit wirbt das schweizerische Bergwaldprojekt (www.bergwaldprojekt.ch) für (D)einen ehrenamtlichen Wocheneinsatz im Bergwald. Mit dieser währhaften Mahlzeit geht es immer los. Die besteht allerdings nicht aus Fleisch, Kartoffeln, Soße und einem schlappen Salatblatt mit aufgelegten Möhren- und Sellerieraspeln und rosa Dressing aus der Flasche sondern aus Käse (von der Alp), Kartoffeln (vom Feld) und einem SahnequarkKnoblauchKräuterdip, alles in dieser Reihenfolge absteigend und insgesamt in rauhen Mengen. Erstmal angekommen, kann man sich am fetten Käseberg (da wird ein halbes Rad geopfert und in dicke lange viereckige hm, bratwurstgroße Stücke geschnitten), sozusagen pappsatt und durch den aktiv weiter quellenden Käse bewegungslos essen. Bewegung gibts in den Folgetagen genug und das geht dann schon wieder. 
Die währhaften Essen in der Schweiz werden danach magerer bzw. knapper, die jüngsten männlichen Mitmacher dürfen jeweils am meisten essen (Gender ist beim Arbeiten schon, beim Essen noch nicht so verbreitet). Im deutschen Bergwaldprojekt (www.bergwaldprojekt.de) bleiben die währhaften Essen allerdings so. Es gibt Leckeres in rauhen Mengen. Der Trick ist, dass alle Reste am nächsten Tag als Suppe gereicht werden. Nur Fleisch gibt es überhaupt nicht. 
In der Schweiz führte das (zum Glück von zwei Österreichern ausgehend) erst zu Irritationen, dann zu großer Enttäuschung, in der Folge zu mittelschweren Protesten und auf Level vier zu einem nicht mehr zielgerichteten generalisierten großen Unmut, wobei das Dauerregenwetter, nasse Schuhe und dann der Schnee in den Zelten wohl auch nicht so prickelnd empfunden wurden. Fleisch - schon gar Wild, vom Förster mal flink geschossen und auf den Tisch gepackt - gab es trotzdem nicht.  Aber währhaft ist schon ein sehr schönes Wort. Und verhungert am ohne Fleisch ist auch niemand.

 

Goldfund

Als ich im Sommer so denke, das Leben besteht nicht nur aus Pflaumen, Birnen, Feigen, Tauben und Äpfeln und an das gerettete Bio Hackfleisch von neulich denke, was zwar oben auf dem Foto schlimm aussieht aber ungelogen super schmeckte, fallen mir am selben Abend im Fairteiler zwei Goldstücke in die Hände. Dosenwurst. Eine für links, die andere für rechts. 400g. Zuerst kommt Bratwurst in der Dose dran. Auf gerettetem Brot, was ursprünglich ein 3-5 Kilo Rad war. Die Dose ist nur oben bedruckt, das MHD fehlt. Nix Genaues weiß man nicht. Aber ich habe keinerlei Bedenken oder Hemmungen sondern Kohldampf und ernähre mich davon ohne Nebenwirkungen. Nach den quasi veganen Wochen,  die mir auch langsam wirklich zu viel wurden ist das eine deutliche Bereicherung des Speiseplans.  Als Fazit kann ich nur sagen, das arme Schwein ist nicht umsonst gestorben. Sehr lecker. 

Schon morgens frisch gestärkt mache ich gleich einen kleinen Ausflug in die Große Stadt nebenan und mittags ein Picknick am Fluss. Natürlich mit besagter Bratwurst und Brot. Dabei stelle ich fest: Wespen lieben Obst und Wurst gleichermaßen. Am meisten allerdings, und das verwundert mich immer noch - lieben sie das Brot. 
 

Dieses interessante Essen

Ist aus einem asiatischen Imbiss und wird fast täglich von einem Kollegen mitgebracht. Auch dort gibt es oft Reste. Die Frau packt es ein, der Mann bringt es mit. So sitzen KollegInnen, die sich daran freuen, mittags zusammen und essen was Warmes, gemeinsam, in der Küche, Gespräche kommen auf. Gut, oder? 

Kaffe Kult

Die große Mode der Kaffeekapseln ist vorbei: im Fairteiler fanden sich viele Packungen verschiedenster Sorten und Marken. Mit ein bißchen Geschick kann man die Kapseln ja aufschneiden, das geht ohne große Werkzeugkiste oder Waffenschein. Manche Portionen knallen, manche spritzen, manche sind mehrfach umhüllt - 
Was für ein Müll!!! 

Picknick vor dem Künstlerstammtisch

Chips, Brot und Salat. Getränke gibts gleich dort.
Der kleine Müllberg hier ist auch beachtlich. Mehr zu Müll unter www.unart-unrat.jimdo.com 

Schon wieder Weißwurscht

In der Not, ißt man die Wurst, auch ohne Brot. Aber an Brot mangelt es wirklich nicht beim foodsharing. Fragt die Mitbewohnerin. Unten ein Beispiel einer besonderen Kategorie. Toast Hawaii oder schnell weitergeben. Geht auch! 

Wurst im Kilo

drei Pakete. 
Blutwurst. Schwarzwurst, Rotwurst, Fettwurst, viele Namen, gemeinsam die Metzgermethode: Kategorie Kochwurst. 
Die kamen kurz nach drei Kilo Hühnerkeulen, roh, frisch aus dem Laden, auf voller Fahrt nach Hause offenbar in der SBahn vergessen. Klappsitz machts möglich. Eingeklemmt und auffordernd: Nimm uns mit, alleine können wir ja nicht mehr ... gehen. Das waren 4,5 große Hühner gewesen. Die fuhren dann noch eine Nacht und viele Umstiege und Aufenthalte lang mit bis B., da wurden sie dann gebraten, gekocht, gekühlt und Tag für Tag aufgegessen. Sehr lecker, beides. 

Kordel und Koriander

und darüber wieder Salat und so.

Echter Honig

Erleuchtet

Sonderpreis

Helden

vor dem Frühstück: Küchentisch. Pflaumen, ein Becher. Ernte No.3 oder 4.
Obendrauf: Matsch, Macken, verdötscht. Vorstufe Fruchtfliegen, Schimmel. 
Frage: Was willst du mit den Pflaumen machen?
Biomüll auf, Tasse leeren, Biomüll zu. 
Antwort: Zack. In die Tonne!
Hande abspülen. Abtrocknen.
Held zwei: frisches Handuch!
Der Tag hat begonnen. Geht doch!

Rezepte

Zuerst die Schlimmen:

bzw.: schlimm aber schnell


Ketchuptee
1 EL Ketchup
heisses Wasser
kaltes Wasser


Hartes Brot, harte Brötchen, harte Brezeln
1.Trocknen
2. Einweichen
in Wasser
in Brühe
in Saft
in Milch
in Buttermilch
in Suppe!


Croissants
je älter desto blättriger!


Chinasuppe
s.o.


Fakes (Falscher Hase und Co.)

Ein Traum von Menü. Bekanntes verfremden. Fehler finden und Verbesserungen festhalten. 

 

Heute: Hühnerbein 

Alter Brotkanten (Roggenmisch), Hühnerbühe

Brot in Schüssel  legen, Brühe rein, Wasser drauf, einweichen. 

Schmeckt fein. Wie Hühnerbein. Außen und zart, innen hart.

Aber: man kann den Knochen mitessen.

 


Häppchen

Scheibe Zwiebelbrot. 1,5cm dick. 

Senf drauf. 

Köstlich zum Rotwein.

War leider keiner da. 

Akademie AKI NL (foodwatch)

Künstlerspeisung anno dazumal
Tüte Toastbrot. Majo.
Fertig ist die Mahlzeit.

Schwarz Rot Gold
aus der Zeit der  nicht endenden Menge abgepackter einzelner Vollkornbrotscheiben und der Tonne Mini-Chipstüten, die gespendet wurden läßt sich folgender Snack zaubern:
Brot abbeissen, 
Möhre abbeißen, 
Chips hinterher essen. 
Der/die ÄsthetIn belegt das Brot mit Möhrenstreifen oder Raspeln und obenfrauf die Chips.
Dauert länger und alles fällt leicht runter. 


Steakburger

Brotscheibe.

Sonnenblumenkerne drauf.

Balancieren. 
Abbeißen. 
Powerfood . Probieren!

 

 

Lebendiges 

aus der Sammlung: Pfundstücks -Geschichten vom Land

Wespen

Essen fassen

Schinkenkrater

Birnenschnaps

Kein Stich

We share

 

 

Fliegen mit Bild, ohne Lupe

Käse steht. Unter der Haube. Warm ist´s und fließend breitet er sich aus. 

Und bewegt sich. 

Köstlich. Der inzwischen in der EU verbotene Käse mit Milben. 

Hier nur: Maden. 

Experiment: stehen lassen. 

Profane Stubenfliegen. Langweilig.  

 

 

Motten im Müsli, ein Krimi

Riesenkiste leckeres Müsli. Viele Nüsse. Auch sonst viel. Drei Sorten zusammen. Bio, Aldi und noch eins. Zusammengefunden in verschiedenen Haushalten und munter gemischt. Verfeinert mit getrockneten Aroniabeeren. Alles in  glänzender Plastikbox garantiert dicht. Deckel hoch: Fliegen hoch wie die Tauben, die Motten.  Tja. Deckel zu. Deckel auf, verjagen (draußen). Alles durchgucken. Geht noch. Jetzt mal ran an die Buletten. 







Parkzeit Exkursion
Temporär wieder in Berlin, wieder in Neukölln, wieder mit Fahrrad und wieder schwer bepackt. Die Seminartasche nur klein, die Foodsharingbeute groß, heute Abend frisch abgeholt, alle Reste der Bäckerei. Unerwartet viel wieder mal, erwartet schwer, und ebenso, es wieder los zu werden. Wem geben, wer will es essen. Wer will all das bloß essen.
Nicht nach Hause, zum Untermietzimmer auf Zeit, sechs Wochen in der Miniwohnung mit Balkon, genau wie die eigene damals, nur viel kleiner. Gleiche Ausrichtung, gleicher Stock, gleicher Balkon und der Blick in den Berliner Himmel, unten, unter den Bäumen, niemand zu sehen, wenn wer spricht. Nachts geheimnisvoll. Tags egal. Stimmen überall. Und zwei rote Vermittlungskatzen aus Ungarn. 
Zu früh um nach Hause zu fahren, aber ganz klar: Feierabend. Sommerabend. Gute Abendessenszeit. Pause im Park also. Wohin denn, was ist denn nah, gut zu erreichen, grün. Treptower und Spreepark. Alte Heimat. Nostalgie. Na klar. Na gut. Das passt. Immer. Oase, Ostalgie. 
Fern und fremd. 
Vergessen, verloren. 
Geheimnis, Geschichte. 
Fahrgeschäfte im Renovierungsstau. Die alte Festmeile. Vorhin lief es noch. Das Vergnügen, verrostet, verrottet, verschossen, verschlossen. Alles abgesperrt, ausgesperrt, abgeschirmt. Abenteuer. Hinter Zaun und Baum. Traumräume. Traumata. 
Versperrt. Verlockend. Zugewachsen. Rost und Ost. Fantasie hinter Gittern. Kein Rein- oder Rauskommen, Entkommen. Himmelwärts im Karussell, heute Ruhetag. 
Also: immer schön auf den Wegen bleiben, am Ufer entlang, den Park ablaufen. Zaungast, schau vorwärts, dreh dich zur anderen Seite. Vergiss es. 
Insolvenzia. Insomnia. Illusionen. 
Inmitten aller naiven Erholung eine kleine sowjetische Zone. 
Dieser Drang, dort einzudringen, einzutauchen in die Schaustellerwelt. 
Das Fremde zu erforschen. Die Kunstwelt. Das Künstliche. Das Märchenhafte. Nicht von dieser Welt dort im Park. Harmlos. Horror. Clownerie. Melancholie. Hinter die Schlösser horchen. Schluss damit!

Mit voller Ladung vom Bäcker dort hin. Hollandfahrrad, vorne und hinten Gepäckträger, Rücktrittbremse. Schweres Gefährt, überladen, wackelig. Wurzeln. Wege mit Sand. Auf der Suche nach einem stillen Örtchen, Bank, Blick, das Übliche. Vor Jahren immer mit Arvid hier, nie gesessen, geruht, geschaut, immer spaziert, viel geredet. Heute ist niemand da zum Reden, aber voll ist es. Familienpicknicks, Freundesgruppen, Flaneure am Ende des Tages, die Hitze lässt nach. 
Keine Chance, Backwaren anzubieten, alle haben reichlich. Und nicht nur die Rasenflächen auch alle Bänke sind besetzt. Nach einer weiten Länge durch den Park, all die alten Wege. Bäume. Erinnerungen und zurück endlich im Rosengarten eine Sitzmöglichkeit, neben den Punks und Alkis und anderen solchen. Anhalten, Absetzen, den Rucksack wenigstens erstmal. Um die Ecke stehen und sitzen sie, das Übliche auch dort, Männer. Nicht die Zielgruppe für Backwaren. Schon satt vom Trinken, vom Reden, vom Warten, vom Leben, oder es scheint nur so. Nur ein kurzer Blick, keine Motivation, die vollen Taschen auszuladen, diese Leute anzusprechen, einzuladen. 
Also selber schauen, suchen, essen, was da ist. Salziger, Süßes, Brötchen, alles in großen Mengen. Vorhin schnell verpackt, nun wieder rausgekramt. Einpacken, wieder Auspacken, suchen, verstauen, wieder neu ordnen, nochmal umpacken, vielleicht auch verteilen, fairteilen. Foodsharing in der großen Stadt. Was da ist: frittiertes Zeug. Lecker. Minipizzen, Kuchen und Rosinenschnecken. Das schmeckt und wird trotzdem kaum weniger. Natürlich nicht. So viel Überbleibsel. So viel zu viel Gebackenes. Sitzen, Kauen und Schauen. Dabei beobachtet werden, sehr kurze Blicke nur. Selber Beobachtungen anstellen. Familie mit Rädern, Kinder im Hänger. Paare. Frauen, alleine. Da, einer kommt. Alte Kleidung, einfach. Schlicht. Unauffällig. Keine Tasche. Nicht jung nicht alt. Macht sein Ding. Sucht sich durch die Mülleimer. Langsam. Gründlich. Erfolglos. Keine Beute. Nicht sein Revier. Oder die falsche Zeit. Oder beides. Oder müde. Nicht von hier. Schläft im Park. Sucht nach Pfand. Geht weiter. Alleine. Schwarzarbeiter. Osteuropa. Baustelle. Tagelöhner. Sowas. Ohne Unterkunft. Still. Für sich. Kein Blickkontakt. Weg ist er.  
Noch eine Rosinenschnecke, eine geht noch, aber auf einer anderen Bank. Umzug: dort hinten wird was frei, nicht so öffentlich. Schnell zusammengepackt, dorthin geschoben, wackelig all die Taschen und Tüten. Pennerin, selber auch, so sieht es aus. Wieder sitzen. Wespen auch hier. Dennoch, die Schnecke wird vernichtet. Da kommt der Mann. Heran. Hallo? Er guckt kaum. Bleibt aber stehen. Spricht kein Deutsch. Wartet. Zeigen auf Essen. Erklären. Frisch. Schenken. Heute. Keine Reaktion. Er bleibt weiterhin stehen. Schaut. Mehr Gerede. Hier ist Brot. Essen. Aber keine Tüten, nichts zum Verpacken. Was kann er brauchen. Was mag er wohl. Ein Stück Tüte abreißen, besser als nichts. Pizzen auf jeden Fall, so viele wie möglich. Ein Stück Käse löst sich und fällt auf den Weg. Schade drum. Auf das Papier noch ein paar Teigtaschen. Brötchen. Auch morgen ist ein Tag. Mehr passt nicht. Er geht weg, wortlos. Grußlos.
Die Rosinenschnecke, angebissen auf der Bank liegt sie da. Wespen wegwedeln, aufessen. Etwas Süßes war nicht dabei in der Zusammenstellung. Wie blöd. Kein Platz mehr, Transport ohne Tüte geht nicht, wie auch, alles klebt. Nach den restlichen Rosinenbissen alles eingepackt. Hinterhergefahren. Parkzeit zu Ende. Wo ist er denn bloß. Er wohnt doch sicher in dem dunklen Gebüsch. Da ist er nicht zu sehen. Keine Spuren, kein Lager. Warum sollte er da auch schon hocken. Viel zu früh. Noch immer fast hell. Spurlos verschwunden. Keine Chance. Schwer zu spenden. Schwer zu schenken. Schwer zu sprechen. 
Also doch mit allem Essen mit dem beladenen Rad wieder nach Neukölln. Am Wildwasser Nachtcafé vorbei. Da sitzen sie schon, wieder, die Frauen und quatschen. Auf dem Gehweg. Vertraute. Vorgestern schonmal was geliefert. Heute wieder. Alles könnt ihr haben. Die Frauen nehmen die Rettung freudig in Empfang, beißen gleich rein. Bunkern. In sich, vor sich, für sich. Und die Kinder. Hier verkommt nichts. 
Doch fairteilt.