Auftakt. Die anderen Konsumenten
und ein bißchen Selbstkritik... und: ohne Glotzen keine Glosse, gell...
S..strasse, too good to go
Schnell, hinterher,...
auf den Ausgang zu rennend,
auf der ersten Stufe der der Rolltreppe rutsche ich mit den Wanderschuhen auf den glatten Rillen fast aus, huch,
mit voller Tasche und dem schlimmen Rücken wäre das fast schiefgegangen und alles auf den Boden...
aber
die Treppe fährt ich bin drauf und nehme die Stufen, das geht schneller
und rufe in den Ausschnitt von Abenddämmerung hej, hello, wait und der Typ ist noch nah genug um mich zu hören, er bleibt stehen und wartet, ich öffne im Gehen die Tragetasche und sage, das ist vom Bäcker, nimm, was du willst.
Die Tasche ist gestopft voll mit Brötchen Brezeln, Stangen, Stängeln, Schnecken, Wecken, Kringeln, Muffins, Croissants, Belegtem, Geschmiertem, heutigem Backshopfutter. Too good to go war schon zu und der Typ knapp zu spät - aber FoodsharingFriends gerade vor Ladenschluss zum Retten "alles für alle" – und das erkläre ich dem jungen Mann,
der
aber lieber nichts nimmt und auf den Supermarkt zeigt, er wolle noch einkaufen, I can afford it
und auf seine too good to go-Brezel verzichtet.
Meine Foodsharing-Lizenz aufs Spiel setzend (zum ersten und letzten Mal), habe ich diesen Sprint umsonst gemacht, gut gelernt, und
gemeinsam bringen wir die heutige Beute nach Hause und dann die nicht verderbliche Ware zur Heilsarmee in den Fairteiler für alle.
Im Hotel Am Büffet
Frühstück für Fünf
Der Mann zittert. Und kann kaum gehen. Der stolpert hüpft, er hülpert. Da ist alles in Gefahr. Der Saft in der Kanne, das schleudert, das kippelt das klirrt gefährlich, bis dass die Büffetkraft es richtet. Auf dem Tablett 5 Gläser O-Saft, das ist der Auftakt, ein Messer, fällt, laut, stark, herunter, alleine holt er ein weiteres, dann Brötchenkörbe. Butter, Marmelade, Käse Wurst, die Eier, Joghurt, Müsli, Stück für Stück wird der Tisch bestellt. Er richtet es an, das Frühstück, der Tisch wird voll, das Büffet wandert herüber. Die aalglatten dünnen Haare stehen, antennenartig, beschwingt der Gang, Kopf ruckeln, obendrauf thront Glatze, er hülpert und rudert hin und her und hin und zum Büffet und zurück. Und verschüttet kaum etwas. Es ist ein Fest. Und ein Aufwand. Und wie er das macht. Und wie er das schafft. Eine Lähmung, eine Spastik, dürre Beine, der Stock lehnt am Tisch. Der Mann insgesamt sehr dürr, der Bauch nur, aufgetrieben. Wie alt? 60? 50? Wen er versorgt? Noch niemand ist gekommen, er sitzt, jetzt mit Zeitung, sonntäglich am Tisch, er wartet, und beginnt. Mit dem Saft, dem Ei, das Köpfen nicht zu sehen, die Schale bleibt, wie ich bemerke, der Rest ist weg, alles, alles andere verschwindet, die Bedienung kommt, er ist zufrieden, allerdings Saft, bitte, das Tablett, da hilft sie, erneut, für alle Saft und richtet derweil auch die Spuren auf dem Tischtuch, dem großen, die seine sind, auch ich warte, beim Kaffee, auf die Kollegin. Sie kommt. Und hinter ihr wird still gesessen und gegessen, der Mann steht auf, ich auch, er geht, der Tisch jetzt leer, der Stock
ist weg.
Es bleiben Teller, Tassen,
Es ist ein Rätsel. Bis heute.
Wo waren all die anderen Leute?
GSI
GSI Rühreier ...M. muss jetzt ein Ei haben normalerweise...
Gleich die Schulung. Die langweilige Schulung mit den langweiligen alten Männern und den lästernden Frauen, die sich damit die Langeweile vertreiben, auch, den Jungen zu belachen, der sich jedes Jahr aufs Neue bemüht, vor der Gruppe zu informieren und es einfach nicht gut kann, dieses Reden, auch nicht (inzwischen) als Mann. Denken und Rechnen klappen schon und vornehmlich dafür wird er ja bezahlt, die Daten zu verwalten, still, sorgfältig, die Damen lausen sich ihre Zähne und machen sich in ihren altmodischen zwangsjackenartigen Kleidungsstücken breiter als hoch, lustig wird das wieder nicht werden.
Auch jetzt schon Männer in Jackets, die Bäuche unter den Hemden gespannt, geschniegelt gestriegelt, rasiert und die Frauen faltig, gefärbt, gefönt, beringt behängt und das Frühstücksbüffet ist eine plüschige Angelegenheit im Dämmerlicht, von Dekorationen umringt, dass da keine Federn dabei sind, vom Huhn. Ich nehme das Ei, am besten heute mal Rührei, wunderbar, der Tagesstart mit gelbem Glück und Salz.
Das ist eine Portion, die ich mir da in die Schüssel lade, für 2-3, oder wer mag so viel Ei, das Brötchen bekommt auch noch einen Anhang und die Butter, na das liegt da jetzt alles auf dem Teller und dann reicht doch das Brötchen länger als das Ei, herbei hole ich einen Nachschlag, bumps, ein Brocken, Rühreiklumpen, strahlend landet es in der Schale, wie hingegossen, angepasst an den Appetit, den wahren, den riesigen Wunsch nach Pause und Entspannung: den ganzen Morgen Mittag Abend entlang, aber nun,
um mich herum wabern die geschäftlichen Themen der Behördenherrschaften und Damen Gastgeladenen, rundherum Großes, Gerede, die Servietten werden zur Seite geworfen, ungeschüttelt, Lätzchen abgebunden, Jackets wieder zugeknöpft, der Mund betupft, und auch ich sollte mich sputen und stopfe das restliche Ei, nun doch etwas viel Glück, in den Mund vermeide das Abwischen mit dem Handrücken, fettig wäre gut für die Haut, aber ich lasse es wirklich sein und den Rest nicht stehen sondern schön sauber gekratzt, auf dass ich den Tag gut überstehe.
Der Weg ist kurz, der frühe Tag geht voran im Sitzen, es stockt das Ei sich und bläht sich auf und hört nicht auf zu quellen und dazu WorteWorteWorte, auch die wachsen und auch die blähen sich und beides muß parallel verarbeitet werden ohne Pause, dafür gibt´s dieses Mal auch Arbeitsgruppen das gab´s doch noch nie und dann gibt es schon wieder etwas zu Mittag bevor es weiter geht.
Ich wollt ich wär ein Huhn denn ich kann nicht mehr und will den Rest auch gar nicht wissen sondern am liebsten wegfliegen. Das rEIcht echt mal wieder für ein Jahr.
Brötchen im Hotel
Brötchen im Hotel
Da sind wir gelandet, in einer Mischung aus Boarding House, Hotel und Hostel, Kurheim, private Bereiche gibt’s auch. Eine verwunderliche Verschiedenartigkeit von Übernachtungsoptionen im diesem kleinen pompösen aber geistesverlassenen Ort, mit einer Kirmes vor dem Schloss und Bikern, die auch hier pausieren über Nacht und die Plätze und Cafés fluten, zu Fuß.
Ledermännercliquen und diverse Proleten jeder Art, Frauen und Familien auch, Menschen jeden Alters sind zeitgleich mit uns unterwegs. Wir fallen in diesem Rummel nicht negativ auf. Oder vielleicht gerade doch. Vagabunden wir, wir haben uns keine Mühe gegeben so zu sein, wie wir sind. Alles ist in bester Ordnung. Angenehm abenteuerlich, albern wir.
Das Zimmer ist dunkelgrün mit weißer Einrichtung, moosig, gemütlich, leider fliesst kein Bach und leider nur ein kleiner Blick durch die Dachgaube aber die restliche Eifel, Pfalz, Saarland, wo immer es war, bietet genug. Und die Biker! Bildschön und leise! Schlendernsie, schlendern wir durch über unter die Meute, schlunzen an einem Eis, schöner Abend,
schließlich doch nach Hause schlendern, schlafen. So ist es dagewesen.
Und so: da ist es: Frühstück! Gemeinsam statt einsam, gehen wir, spät, so spät.
Denn er wird sehnsüchtig erwartet, der Kaffee. Und. Der Speisesaal. Und. Die Büffetatmosphäre, unter Leuten. Bewegung und Begegnung, anonym selbstverständlich. Durch die Trödelei ist es spät. Viel zu spät für den vollen Genuss, das ist schon mal das Gefühl. Irgendwie zu kurz zu kommen. Fast: betrogen zu werden, darum, das Büffet endet offiziell, bald schon.
Der Kaffee wird gebracht, was dauert. Was das dauert. Man sollte doch meinen. Da waren doch vorher schon welche. Was macht das Büffet, es bietet das Übliche. Aber bitte, erst der Kaffee. Na ja. Dann ist er da. Heiß stark, Kännchen.
Zeit fehlt. Schön jetzt noch lange zu sitzen. Schauen. Sprechen. Schreiben, so was man in den Kopf kriegt. Aber viele schon weg, Gesellschaft rar. Alte sitzen noch und Frühstücksraffer, all you can eat, eat, drink, man woman. Das Büffet sieht so aus. Ziemlich geplündert.
Bedient wird.
In Schwarzen Strümpfen, Strapsen? Junges Mädchen, aus dem Ort, Aushilfe. Maximal Miniob. Aber woher kam die, pardon, sie heute Morgen?
Nun denn forsch hinter dem bestrapsten Mädel zur Tat, das Büffet wird voller von ihrem Tablett kommt ein kleines bißchen Nachschub, anstandshalber. Es ist nicht leer genug um zu klagen - nur: kein Brötchen mehr.
Das Brot ist tot, kann man sagen, das kann getrost wieder eingetütet werden in die 500g Schnittbrottüte für unter 0,60€, bitte gerne aufheben für morgen, übermorgen, irgendwann, da sind wir weg, aber bestimmt kommen neue Mägen, die mehr wollen am Morgen.
Die letzten (Brötchen!), die ich noch sah, damals beim Betreten des Raumes, lange vor dem Kaffee sahen besser aus als bei allem Rest vermutet, ja, bestimmt vom Dorfbäcker! Vom einzigen Handwerksbetrieb, der sich noch hält. Das waren sie sicher. Frisch und handgeformt! Und nun, alle weggefuttert. Ein langes Gesicht gibt das, länger als Baguette, auch das ist vom Discounter, aufgebacken, hart das Brot, bös das Gesicht, was spricht ach gäb es doch noch Brötchen bitte. Beherzt gesagt, gefragt, beauftragt:
Holt Sie mir neue!
Hallo, hören Sie, bitte, holen Sie!
Ja sicher! Sofort!
Und sie geht.
Und was das dauert, verd....
Und andere gehen auch, derweil der Mann isst, unbenommen, munter, das Brot, das Müsli, das Ei, das, was alles so da ist,
die Vordertür schwingt, schnurstracks Frau Straps mit praller Tüte
vom Backshop, die bunte Mischung
tot das Brot, töter die Bröter.
Billig der Triumph, beschämend die Bestellung.
Ach was! Challenge!
Bezahlt ist bezahlt. Auch die Backwaren.
Freundlich bedient, der Mittag naht.
Mit einem guten Frühstück fit startet der Tag.
Manchmal muß es halt etwas Besonderes sein.
Eins steck ich ein. Zur Erinnerung.
Abschied
Abschied
Zeit zum Freuen, Kollegin geht. Schön! Aber schade dennoch, so gute private Geschichten, gratis und ungefragt: alles über die liebe labile Familie verzwickt, verwickelt, verausgabt mackig und zackig, intrigantig die arme Seele, die Retterin, übergriffig, übereifrig, überall die Nase drin, überfreundlich, übermäßig, über hinüber, Zeit zum Abschied. Also! Adé!
Aber nicht doch, sie bringt mit Anstand einen Ausstand mit. Bötchen, belegte. Vom Bäcker, zwei Riesenplatten. Vollmundige westfälische Auswahl. Salami, Schinken Käse hellgelb Käse mittelgelb. Aha. Großzügig. Freundlich. Herzlich. In Frischhaltefolie schön dick verpackt stehen sie auf dem Tisch. Dann wird die Folie entfernt, alles vorbereitet für später, erstmal aber
Team Team Team, gähn, gähn, gähn.
So! Und jetzt kommen wir zum Abschied von A. sagt die Vorsitzende.
Die B. lauert während des gesamten Teamgähnens schon unter ihrer Puderschicht auf DIE EINE Brötchenhälfte, die sie sich gönnen will. Statt Knäckebrot mit Frischkäse, an dem sie sonst eine halbe Stunde herumnagt, -mümmelt und -zuzelt wie an einer ordentlichen Bayerischen Weißwurst. Heute mal Abwechslung vom Knäckelutschen!
Wie sie das tut - wegen des Puders (Risse?) wegen der Zähne (nicht belastbar?) wegen des Geräuschs (nicht damenhaft) wegen der Meditation (Sinnliches Erlebnis Essen), wegen des eigentlichen Hungers (ich will mehr!), wer weiß das schon.
Ich (Miststück) lauere während des Teamgähnens im Wesentlichen, wohin die B. schaut. Es ist das halbe Schinkenbrötchen. Schön mit Gewürzgurke und Tomate etc. Nun, endlich, es ist so weit. Die Plattenschlacht wird eröffnet. Ich verräume meine Merk- und Malzettel und sehe wie sie gerade – genug gewartet! - reinbeißt. Genüsslich. Gehen im Biß die Mundwinkel herunter das Gesicht wird schlaff.
Das Brötchen wird zur Seite gelegt. Nochmal aufgenommen, gedreht, so liegt es besser. Ein winziges Stück ist raus.
Das Team isst und plaudert, das Brötchen bleibt.
Die A. muss gehen. Stapelt die belegten Brötchen um, die Platten muss sie der Bäckerei zurückbringen. Nehmt alles mit nachher, bitte. Weg ist sie. Kein netter Abschied. Herzlich geht anders.
Die B., als die A. raus ist. Packt das Knäckebrot aus. Mümmelt los.
Das Team räumt auf. Verteilt die Reste.
Gerne, klar, das nehm ich, ich das. Alle packen ein. So viel. Wie die B. das beobachtet.
Nun sie.
Das kann
ich nicht essen.
Das
ist ja
schon
heute morgen
geschmiert.
Das ist wie Gummi.
Ente, denk ich, du alte Ente. Quak quak.
Mal ein bißchen Schinkenklopfen spielen?
Bin ich später mal zu Besuch wo
Kind vergaß, die belegten Brötchen mitzunehmen, in die Schule, zum Fest, für alle,
will meine Banananschale wegschmeissen, liegen sie da, die Brötchen da, 20 Hälften
in der Tonne. Ach ja.
Kultur
Vollverpflegung inklusive. Sogar Kaffee und Kuchen. Und abends das Kasino, die Wirtsstube. Selbstzahler allerdings. Sitzend und Essend durch den Tag, Überhang des Wirtschaftswunders.
Je länger je dicker. Desto Alkohol auch. Sonderthema, nur kurz: auch der wird durchgängig gereicht. Nicht im Glas, sondern im Essen, beigemischt. Es sollen empfindliche Kollegen vom Pflaumenkompott richtiggehend besoffen gewesen sein. Skandalös.
Nun, das dort untergebrachte, temporäre Nachwuchsinternat jedenfalls verjüngt die Altherrenmannschaft um einige Jahrzehnte. Lustig geht es zu, bei den einen (Alten) gemütlich bei den anderen (Jungen) latent hysterisch, befindet man sich doch auf dem direkten Zubringer zur geregelten Rente, dies ist die sogenannte Einweisungszeit. Das alles gibt viel Stoff zum Lachen.
Das Essen strukturiert die Tage und geht Schlag auf Schlag. Frühstück von 8-8:30, Mittag von 12-12:30, Kaffee und Kuchen von 15-15:30 und abends von 18-19. So ungefähr. Mittags wird serviert, Vorspeise, Hauptspeise Nachtisch. Das Haus ist voll, die 8erTische sind eng gestellt und immer voll belegt. Alle kommen gleichzeitig. Alle drängeln sich immer um das mittig angeordnete kleine Büffetwägelchen, das ist fast immer proppenvoll. Hunger oder nicht, schnell nehmen, danach Sense.
Die M. ist nicht wählerisch oder doch. Sie ist auch gar nicht bei der Sache. Im Kopf ist sie nämlich immer schon in O. wo sie nach diesem Internat unbedingt hin will. Hauptsache O ist ihr Schlachtruf und sowas braucht man um in diesem Brei nicht unter zu gehen. Hat sie auch geschafft.
Die M. kommt hineinspaziert in den Speisesaal und schon gibt es Aufruhr, wieder ist ihr etwas eingefallen, was Hauptsache O. gefährden könnte. Neue Erkenntnisse, was sie recherchiert hat. Oder recherchieren muss. Dabei lädt sie sich den Teller voll. Erst den einen dann den anderen. Alles was da ist, zum Schluss entdeckt sie noch was, was sie viel lieber essen würde. Auf jedem Teller wachsen Vulkane. Gerne auch mal die sogenannten Delikatessen. Reduziert also abgezählt angeboten. Ein großer Teil schwupps bei der M. auf den Teller. Alles zum Tisch getragen. Dann das Problem gewälzt. Zwischendrin im Essen rum gerührt, gestochert, vermatscht vermischt, hier mal was da mal was rausgepickt, zur Seite gestellt, nachgeholt, von dem einen, gedreht, gewendet, gestochert. Manches gar nicht angerührt. Ganzheitliches Denken. Problembearbeitung. Eine erbarmt sich, kann ich deinen Salat haben? Dann muss ich keinen holen. Gibt auch keinen mehr. Die Küchenfrau kommt mit dem Abräumwagen. Teller stapeln bitte.
Der M ihr Teller ist ein Kriegsschauplatz. Krater und Abbrüche. Vom Rest würden noch zwei weitere satt. Könnte Kunst werden. Konsumkritik, langweilig. Aber: Tonne und nachher Nachschub. Und dann Kasino, mal lecker was kaufen am Kiosk. Im Internat lernt man sich sehr gut kennen.
FoBi
- Phobie, na das ist übertrieben.
Ich reise an mit fünf Azubis im Gepäck um drei Tage Seminar mitzumachen. Zug, Zug, Zug, schon unterwegs viele Themen und Probleme, persönliche und DB-liche. Und dann zu Fuß den Berg hoch. Alles schön. Alles geschafft, alle angekommen! Großer Stolz.
In echt hatte ich auf drei Tage Urlaub gehofft. Spaß für die TeilnehmerInnen und für mich während der Lernzeit was anderes, draußen zum Beispiel. War ja auch in den Ferien. In echt war´s dann anders. Das große Fremdeln. Kulturschock. Strukturschwächen. Stress und Streit. Drei Tage Dauer- Betreuung, dezent aber präsent. Und immer voll mitmachen, nicht eine Minute draußen. Dabei: Winter, Schnee (nur dort), Wald. Ideale Bedingungen. Aber Wald: war sowieso gesperrt. Borkenkäfer, Umkippgefahr. Also es war wie es war.
Die Verspätung vom ersten Mittag blieb. Morgens Frühstück, dann Seminar: erst Warten, Wundern, dann Wut, dann Wecken. Erwachsenennachhilfe. Einzelcoaching. Schade. Kein Smoothie, die FoBi.
Der Speisesaal, viele Gruppen. Angenehm und alle freundlich. Wer kommt nicht? Übergangshilfe, Zureden. Zusammen geht’s besser. Ohne Essen hält man das Hammerprogramm nicht durch.
Viele Impulse zwischendurch. Und Freiraum. Und die fünf: echt bemüht. Alle strengen sich echt an.
Am dritten Tag, Frühstück: Hurra! Alle da! Im hintersten Eck. Pünktlich! Frisch geduscht und strahlend! Das Büffet ist gut gefüllt. Der Tisch wird gedeckt. Alle für alle. Alles für alle. In Hülle und Fülle wird herangetragen. Der Tisch bricht schier zusammen. Nett angerichtet. Toll! Esskultur. Andere Kultur. Gesehen, gut. Guten Appetit!
Selber - gesellt zu den anderen - schnell selber weiter frühstücken.
Kämen die anderen gar nicht drauf. Jeder/m sein/ihr Tablett. Grenzen auf dem Tisch. Selber entscheiden, selber essen. Souverän?! Schnell und umsichtig. Organisiert. Übersichtlich. Sicher! Ein Universum neben dem anderen. Kein Platz, etwas außerhalb des Tabletts zu stellen. Tisch auch für die Tabletts fast zu eng. Es ist wie es ist. Tablettkultur.
Das Gelage später: Ausgegessen könnte man sagen. Dabei gar nicht viel weggegangen. Aber der Rest ist auch nicht mehr anzubieten. Alles gebraucht irgendwie. Gastmahl. Gelage. Überfluss. Das Essen liegt tot auf den Tellern. Wohin damit?!
Man könnte aus dem Rest Proviant schmieren.
Darf man?
Besser als Tonne.
Tatkräftig werden Sandwiches gebastelt, wuchtige Dinger, Einwicklung auch irgendwie organisiert. Der Rest, nun, weg damit und dann sputen ins Seminar. Den pünktlichen Start nicht schon wieder zunichte machen.
Alle kriegen das Zertifikat. Kleingruppenfoto. Geschenk für die Trainerin. Toll. Talente sind überall. Traditionen auch.
Ohne Teller
mein Name ist Hase. Fresse Möhren, Salat, Grünzeugs und so weiter. Sonst quasi nix. Hasen, Kaninchen, Menschen, alle wollen ein gutes Frühstück haben. Start in den Tag. Gutes Essen am Morgen hilft dem Gehirn beim Denken.
Allerdings hat da jede und jeder eigene Vorlieben. Süß sauer salzig, jeder wie ers/sies braucht. Solcherart Selbstkenntnisse (was einem/einer schmeckt oder nicht) könnten dann lebenslänglich umgesetzt werden. Wenn auch der Rest dazu passt. Spielt auch noch eine Rolle wo man es zu sich nimmt. Im Auto, im Bus oder Bahn, auf dem Rad, vielleicht sogar am Küchentisch, im Stehen, Gehen, Sitzen, Liegen. Kann alles mal sein, nicht alle Frühstückswünsche passen immer in die aktuelle Lebenslage. Also muss man manchmal Kompromisse machen. Auch: Teller oder kein Teller - Tüte oder keine Tüte. Und so weiter.
Gewohnheiten soll man pflegen und so kann ich hier von zwei langlebigen Gewohnheitsfrühstücken berichten, die Legende machten. Das eine war das Bäckerbrötchen mit dem Schlitz, immer eins, immer in einer Tüte. Der blonde Hase kaufte allerdings nicht beim schwarzen Hasen, aber das wäre auch fast ein wenig zu viel für diese kleine Geschichte. Morgens gekauft und in der ersten Pause aus der Tüte heraus gegessen. Halb herausgezogen, plattgedrückt (war es von Natur und der Schultasche vielleicht auch schon) und schnapp, seitlich hineingebissen und abgerissen. Nachgeschoben, erneut. 9 Jahre lang, jeden Tag von Montags bis Samstags, dann bis Freitags.
Das zweite war Mars. Auch dieses Mars (King Size) wurde konsumiert. Jeden Tag, in der ersten Pause, zuvor 2 Stunden lang vorbereitend und motivierend auf den Tisch gelegt. Neben die Federmappe.
Beide hatten den gleichen Namen. Beide kamen (fast) aus demselben Vorort. Beide hatten ein bisschen Akne. Das ging vorbei. Das Frühstück blieb. Brötchen der eine, Mars die andere. Die eine ist heute Kosmetikerin, der andere was Städtisches. Wenn ich nur wüsste, ob sie immer noch das gleiche Frühstück essen.
Es waren, überschlagen, 1710 Brötchen. Samstag, Sonntag, Feiertag, Ferien ausgeklammert. Falls es ein Frühstückszwang war, werden daraus 3285, alle Tage inklusive und komplett eingerechnet, allein in der gemeinsamen Schulzeit.
Inklusive Grundschulzeit kommen wir auf 4745, pie mal Daumen. Schaltjahre, Krankentage nicht dazu- oder weggerechnet. Das aktuelle Lebensalter hergenommen und der BK (Brötchenkonsum) geschätzt auf ab 3 Jahre würden es dann 18250 Brötchen werden.
Ein ziemlicher Berg. Brötchenberg. Schlaraffenland.
Nun die Fangfrage: Wieviel Mars waren es wohl?
Und sei dabei bei Level 2: Ist es besser, das Frühstück jeden Tag einzukaufen oder sollte man sich ein Vorratspack anlegen und dadurch morgens Zeit sparen?
Level 2b: Spart man außer Zeit ggf. noch etwas? Wenn ja was?
Level 3: Macht ein Vorratspack mehr Sinn bei Brötchen oder bei Mars?
Level 4: Ist ein Vorratspack (Mars) bei Geschwistern zu empfehlen? (Tendenzen reichen als Antwort).
Mehr Fragen später.
Das muss jetzt erstmal verdaut werden. Doch eine letzte Idee: ob man das Brötchen mit dem Mars als Belag essen kann? Scheint eine praktische, nahrhafte Nahrung. Oder ist das organisatorisch zu kompliziert? Braucht es dazu ein Messer? Und einen Teller? Es wäre eine prima Verbindung dieses Hase/Hase, zur Hochzeit gäb es BrötchenSchokoTorte. Wenn die Hasen noch weitere Hasen einladen könnten noch Möhren und Salat gereicht werden. Voilà!
Dickes Fell
Wochenende endlich wieder Tanten besuchen
Da müssen alle durch
Zur Ruhe kommen, Stammplätze, Notplätze,
wackelige Konstruktionen
Gespräche über die Kinder
Hinweg
Tischmanieren
an der Schrotkugel hängt noch was davon
im Hasenbraten.
Wird da wem schlecht aufs Meißener Porzellan?
Hafen
Wasser
Zelten an den Klippen nicht erlaubt. Schilder weisen den Weg durch die Felsen, unten das Meer. Weit unten. Der Weg ist schmal aber ausgelatscht, idyllisch aber viel Fußvolk offenbar. Heute nicht so, nur einige auf dem Weg zurück. Nach kurzer Strecke: Teepause. Uff. Gutes Wasser geht drauf.
Weiter in der Abendhitze. Dämmerung. Lichter der Stadt verschwinden. Dann kommen auch ein paar Büsche, kleine Plätze. Einer passt, um das Zelt aufzubauen. Zaudernd mache ich das mit. Es ist dunkel. Zelten…. Na ja. Irgendwie blöd. Es geht ja nichts kaputt, nur – wer kommt des Nachts zur Kontrolle? Niemand. Gerädertes Aufwachen.
Einen Tag rumlungern, runter ans Wasser. Zaudernd. Baden. Trocknen. Baden trocknen. Trinken. Das Wasser noch aus der Stadt. Woher sonst. Schön hier. Aber: zaudernd, den Tag über. 30 Meter unterhalb. Wer kommt um das Zelt auseinander zu nehmen. Niemand.
Nun gute Idee. Wasser sparen. Zum Kochen das Meerwasser! Schnell eingefischt in die Flasche. Sieht gut aus. Irgendwann dann Anstieg. Schön Reis kochen. Passt doch. Dazu Fisch, nein, Dorschleber. Aus der Dose. Nun gut, aber definitiv nichts für mehr. Öfter schon gar nicht. Der Reis. Schmurgelt. Im Meerwasser. Immer noch alles gut. Erster Probierversuch lässt die Laune sinken. Salzig wie die Sau.
So essen wir getrennt: Dorschleber mit Brot, Reis ohne, bzw. mit Salz. Gibt Schlimmeres. Geschwitzt wurde ja genug. Gute Nacht, wieder kommt niemand und schlitzt das Zelt auf. Aber kein gutes Gefühl. Am Morgen Abmarsch. Nur noch eine Flasche Wasser übrig. Drei Tage alt. Kaffee, Tee, muss sein. Danach bleibt sehr wenig. Frühstück aus den Vorräten. Ich: Erdnussbutter. Geht nur mit Salz. Und dann gehen wir. Dauert jedoch alles bis mittags, Schwimmen unten auf der anderen Klippenseite sollte ja auch noch mal sein. Das Wasser ist schon sehr knapp.
Dann laufen wir. Nicht zurück, nein weiter. Weit und breit keine Siedlung zu ahnen. Aber es gibt ja auch Biegungen. Dennoch. Viele waren zurück gekommen. Weg wird schmaler, gewunden. Hitze. Kein Schatten. Kein Riesendurst eher Riesenunruhe. Es gibt ja auch nur noch sehr wenig Wasser. Das viele Salz auf der Erdnussbutter, eindeutig ein großer Fehler. Weiter durch Bunker, Ruinen, Felsen, Windungen, keine Schilder, keine Häuser, einfach Küste, schön. Könnte man sagen. Menschenleer. Büsche Dornen Felsen. Gestolpert wird ein ums andere Mal. Laufen laufen, Pausen, immer wieder Pausen. Lass uns gehen! Pausen verlängern die Zeit ohne Wassernachschub! Diese Hitze. Tshirt überm Kopf. Rucksack drückt. Schweiß läuft. Fit trotzdem. Aber es wird beschwerlich. Engpässe. Kratzer, Nachmittag wird es. Endlich in der Ferne eine Bucht. Boote. Ein- und ausfahrend. Bis dahin noch ein Gekletter hoch runter, Windungen. Hängen bleiben. Stolpern auch. Schluck Wasser? Immer noch ein Pfützchen Rest, Notnotreserve. Sommerlich warm. Weit unten das Meer.
Dann endlich da. Die letzten Meter auch gefühlt mit hochrotem Kopf. Hafen. Wasser. Rucksack abwerfen, kippt um, egal. . An die Bar. Alles Volk ist dort versammelt, Gastro, wie im Urlaub. Schön sitzen, trinken, lecker essen, die anderen. Gutes Gedränge. An die Bar! Die Flaschen! Alle! Los, mach mal. Drängeln, mit 2 Flaschen durch die Menge, die Bedienung versteht und ist freundlich. Ein Mann. Zu laut um zu verstehen. Trotzdem Gerede. Füllt beide sofort. Direkt vor der Tür wird die eine halb geleert. Und dann ganz.
Dann Schattenplatz, andere Seite des Hafenbeckens. Endlich – Bäume. Bänke. Gepäck abwerfen. Sitzen. Schuhe ausziehen. Wasser.
Das Becken. Mal reingehen, mit kurzer Hose. Super. Wasser. Erfrischend. Endlich.
Gastrogäste gucken. Schritt für Schritt. Schritt. Shit. Schlitternd weggerutscht. Huch. Der Länge nach fest rein, gerade noch abgefangen. Algig. Komplett veralgt, der ganze Boden. Total glitschig. Nicht gesehen. Nun dreiviertel nass. Na, kann ja passieren. Wie blöd. Aber auch nicht so schlimm. Dennoch, wenn schon dann nochmal ein bisschen abspülen. Vorsichtig, Schritt für Schritt, algengemäß. Zack, hauts den Fuß weg, ratscht Stein, war da ne Kante unter Wasser. Sch… Booteinstieg sozusagen. Abgeschrägt und abgesägt. Das tat allerdings etwas weh und diesmal auch ganz unter Wasser geraten. In voller Montur. Na ja. Gastrogäste gucken. Egal, jetzt also mal vernünftig untergetaucht. Kühler war das alles jetzt nicht, kleiner Hitzeflash vor Schreck. Und Geglotze. Aber Schwimmen kommt hier nicht gut. Außerdem, in Klamotten. Also wenigstens noch kurz abspülen. Schaumiges und Hafenzeug und dann forsch rausmarschiert. Dabei Algen schon wieder vergessen, fast das dritte Mal auf Fresse geflogen. Verd…. Patschnass aber erfrischt im Schatten. Trinken reicht, es gibt auch einen Wasserhahn, sehr genial. Trocken wird’s schon werden. Oberhalb Villensiedung. Schön. Nur Privathäuser.
Jetzt werden erstmal Flaschen gesucht zum Auffüllen. Aus dem Müll. Egal. Ausgespült, aufgefüllt am Wasserhahn am Hafen.
Und dann schick mit der Bahnzurück. Fast ne Stunde warten? Kein Problem. Für mich nicht.
Physik
Tagungsessen ist auch umsonst oder zumindest schon mitbezahlt. Manchmal ist es besser, manchmal schlechter, manchmal mehr manchmal weniger, manchmal zur passenden Zeit manchmal nicht. Schön, wenn es was gibt. Oder – wie eine Kollegin aus der Pfalz sagte: Hauptsache gut gegessen. Aber das war eine andere Veranstaltung.
Jedenfalls war der Vortrag uninteressant hoch zehn und die Mittagszeit schon nah, daher war ich so frei erstmal auf die Toilette zu gehen und dann ans Büffet. Wegen Kohldampf mal abchecken. War aber gar keins da. Allenthalben zwei Suppenbehälter standen rum. Und relativ wenig Schüsseln. Oha.
Der Vortrag ging und ging. Wieder reingehen indiskutabel. Stört ja nur. Draussen: kein Mensch weit und breit. Und ich fast kollabierend vor Hunger. Aushang zur Suppe: Kartoffel. Aha. Vegetarisch und nicht vegetarisch. Mal ranpirschen und den Deckel öffnen. Knallvoller Saal, sicher über 100 Leute. Heiß. Dampf. Hässliche Töpfe. Aber zweckmäßig. Nur: wie das wohl reichen soll. Vegtarisch, na. Gelbbraun. Die andere – mit Würstchen. Na, immerhin! Schon besser. Fünf Minuten vor der Pause. Immer noch nicht fertig. Immer noch niemand da. Offenbar sowieso Selbstbedienung. Vortrag noch im Gang.
Jedenfalls war es dann erstmal ein Test, mal ein kleines Portiönchen nehmen. Schon etwas blöde, aber drei Minuten später… – also beherzt und hungrig mit der Kelle hineingestochen in diese famose Mahlzeit und einmal ordentlich aufgeschöpft. Viel Wurst. Passt grad so ins Tässchen. Ohne Kleckern. Nicht zu heiß. Gleich mal hinuntergeschmatzt. Gut! Ging ganz schnell. Jetzt drinnen endlich Applaus. Die anderen kommen. War ein bisschen unverschämt aber auch nicht so schlimm schon mal was zu nehmen. Statt Umkippung Infusion Krankenhaus. Viel einfacher zu lösen dieses Problem.
Tür geht auf. Gute Gelegenheit gleich mal nachfassen. Ganz leckeres Süppchen. Und diese Tässchen sind ja auch Miniklein. Die Löffel wenigstens normal groß. Wieder gut viel Wurst erwischt. Bestens. Das Publikum, fast nur Frauen, stürmt das Foyer. Alle erstmal aufs Klo. Gemütlich schaue ich zu, die Suppe beruhigt, den Nachmittag werden wir schon rumkriegen. Also richtig lecker. Hätte wer nicht gedacht? Dreimal raten. Jetzt kommen die ersten zu den Trögen. Ah, Suppe! Ich helfe mit: Kartoffel – mit und ohne Wurst. Freundliches Geplauder. Ich nehme nun - da die anderen offensichtlich überhaupt keinen Appetit auf Kartoffel mit und ohne haben – ein drittes Mal. Das wär´s dann so langsam. Diesmal ist es schon nicht mehr so üppig mit dieser leckeren Wurst. Ich rühre, unten ist zumindest gar keine. Oben auch nur noch kleine Gruppierungen. Scheibe um Scheibe wird eingefangen mit der Kelle und dann ins Tässchen bugsiert. Beim Essen nun endlich eine gewisse Sättigung.
Den vierten Gang, der aber zuvor eine kleine Quatschpause hatte, geht noch, zum Nachspülen. Es ist erstaunlicherweise immer noch recht viel da. Vegetarisch fast leer, der Topf mit Wurst halbvoll. Sehr bescheiden diese Leute alle. Ich also: einfach noch kleiner Kartoffeldrink. Für den Abgang.
Stehe ich an dem Topf, da ist leicht dranzukommen an diese pürierte Flüssigkeit. Wurstscheiben nur noch vereinzelt. Irgendwie merkwürdig. Unten wieder keine, will ich ja auch gar nicht. Allerdings fällt mir dann auf, dass die alle an der Oberfläche treiben. Schweineauftrieb sozusagen. Oh.
Bei der vierten Portion wird mir dann klar, dass wohl fast alle Wurstscheiben bei mir gelandet sind. Guten Gewissens –alle schon runtergeschluckt und jetzt hab ich ja keine in der Tasse – schaue ich in die Runde. War dann ja aber wohl auch kaum Wurst drin so für diese Riesengruppe. Wenn eine die fast alleine aufessen kann. Allerdings finde ich es jetzt doch ziemlich unmöglich. Gefräßig.
Beim Kuchen, der überraschend jetzt auch noch angeboten wird, verzichte ich. Das fällt mir nun gar nicht schwer.
Gipfelkuchen
Die Schweiz bietet Höhen und Tiefen. Höhen gibt es zum Beispiel viele in der Bergwelt. Tiefes Entsetzen jedoch angesichts des kleinen Obst- und Gemüseangebotes in den kleinen Supermärkten. Gelb, welk und überteuert. Geht gar nicht. Geht tatsächlich wohl nicht, liegt da ja schon länger rum. Kartoffeln und Möhren, nun gut. Gesund. Günstig auch. Ansonsten Ernährungsumstellung. Schwere Sache. Käse. Liegt im Magen. Klebt im Blut. Mit Wein geht’s. Zum Heuen. Äh zum Heulen. Aber tapfer aufwärts kucken, zum Gipfel. Und das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden. Geboren ist der Gipfelkuchen. Wahrscheinlich waren die Haselnüsse im Sonderangebot. Tolles Rezept. Nüsse, Mehl, Kaffee und ein paar Eier, oder was es ohne, jedenfalls NÜSSE. Kann sogar Alkohol rein, Schuss. Aber den gibt’s auch sonst reichlich, im Kuchen kein Muss. Ein Segen. Diese Nüsse. Diese Idee. Dieser Proviant. Besser als Brot. Das geht auch nicht. In der Schweiz. Jedenfalls Backen bietet neben Kartoffeln und Möhren immer eine schöne und zugleich ungefähr lebensrettende Abwechslung.
Und dann: Ausflug! Aufstieg!
Übernachtung: Gegrunze, Gepfurze, Geschnarche, Gestank. Gegen drei: Wecken. Sofort aufstehen. Bett richten. Erster Anranzer, Wolldecke nicht akkurat gefaltet. Dann, alle wollen, müssen aufs Klo. Wer schlau oder schäbig ist geht rund um die Hütte. Ist ja dunkel. Zähneputzen. Gedränge um den Trog. Frühstück. Schlimme Marmeladenbrote. Stirnlampen. Alles in Wahnsinnstempo und unter größter Konzentration wo ist das eigene Gepäck überall verteilt, verstreut was wie wo verpackt, nichts vergessen, Steigeisen. Der Eispickel. Hammer! Rein raus zu auf zu auch Mist, auf, zu, anstrengend. Sehr. Kontaktlinsen. Sonnenbrille. Die ganze Hütte: Sauna. Und alles im Dunkel der Nacht. Dann. Stirnlampe. Rucksack. Auf die Plätze, losmarschiert. Morgens um 4. Aus der Hütte. Uh.
Langes Wandern, Klettern Steigen, Sonne steigt, Laune leicht. Der Gipfel ist nah. Auf einmal: Steilwand. Stau. Zwei Gruppen entstehen. Nun gut. Weiter klettern, kraxeln, nicht schwer, aber irgendwie Nervosität.
Dann Gipfel (?), Rast. Wo sind die anderen? Keine Ahnung. Kommen Sie? Nein. Keine Ahnung. Bergführer sackt nieder, Rucksack auf, essen fassen. Jeder seins. Ja. Immerhin. Gute Idee. So ein Gestresse. Essen fassen also. Blöde Idee. Rucksack enthält Thermos. Käse. Schokolade. Anderes. Der Gipfelkuchen ist weg. Im anderen Rucksack. Morgens noch umverteilt, wegen des Gewichts. Auch das Brot. Sch….
Die Wut platzt auf. Also rumnagen an irgendwelchen anderen Sachen. Nix Gutes dabei. Dann weiterwandern. Oben natürlich doch nicht lange nicht. Aber das kriegen wir auch noch hin. Irgendwann andere Teilgruppe wiedergetroffen. Der Gipfelkuchen. Aber nicht dran zu denken. Sonne hoch, Schnee schmilzt, heile runterkommen hat Priorität. Also abwärts. Zur Höhenstation, da ist sie schon. Froh und verschwitzt, Tische belegt, super Sonne. Pommes Majo Riesensteak. Eifrig wird bestellt. Unsereins? Keins. Stattdessen großes Bier. Tuts ja auch. Gelöstes gelbes Glück im Blut schweben wir über die restlichen Gletscherspalten talwärts. Die Schweiz hat Höhen und Tiefen.
Cyy, mongolisch Milch
Gibt´s im Fairteiler nicht, wegen der Kühlkette und so weiter. Beim Retten jedoch mal so mal so, oft in rauhen Mengen. Muss dann selber getrunken werden. Oder sofort abgeben, das geht oder Kühltasche-Kühlschrank, aber das geht oft nicht. WG freut sich, bis Milch auf Laktose traf. Lieber nicht mehr. Also na ja.
Neulich waren 20 l Rohmilch, nein: Vorzugsmilch übrig. Abgelaufen am selben Tag. Soviel wir abends zu zweit zu all den anderen Sachen noch in die Rucksäcke kriegten, haben wir mitgenommen. Den Rest sollten andere am nächsten Tag abholen. Die gute Milch! Gleich gepostet. Morgen Milchschwemme!
Am nächsten Abend gab´s aber dann doch nix, wegen der strengen Regeln. Kühlkette. Und Vorzugsmilch sowieso. So ein Jammer.
Nun jedenfalls Milch. Rein und weiß und irgendwie ein Wert und Wunder und insbesondere bei vielen Menschen im Kaffee sehr begehrt. De Facto braucht man gar nicht so viel aber als es diese Tagung gab, ein Wochenendseminar mit spannenden Menschen und vielen Essenspausen zum Vernetzen und Vernaschen was da so auf den Tisch gepackt wurde gab es am nächsten Tag auch noch weitere frohgelaunte Menschen, die mit uns, den Gästen großzügig ihren Sonntag verbringen wollten, zumindest das Frühstück. Diese Dazu-Kommer - noch etwas dizzy von ihrer Rückkehr am späten Vorabend und oder dem ungewohnten Wein zum tollen Kinoabend im großen Saal und alle anderen Frühaufsteher waren entsprechend gut gestimmt gemeinsam dabei, dieses Frühstück üppig vorzubereiten. Mr. Dizzys Part war es, so ca. 8-10 Liter Biomilch der Reihe nach zu öffnen, zu leeren und als der Topf ungefähr voll war, auf dem Herd zu erwärmen, für besagten Kaffee latte. Mannomann. Mannschaftsmilch. Eine riesengroße Reisegruppe waren wir jetzt mal nicht.
Die Milch war noch kalt, da kamen die Ersten bzw. die letzten Langschläfer. Beseelt vom guten Gemeinsam. Kurzer Spruch zum Morgen, Besinnung und dann belegte Brote – und Kaffee. Ich schwarz. Nachbar schwarz. Nachbarin aus Gelsenkirchen schnell und wenig zimperlich die kalte Milch reingekippt, in den Kaffee, nur´n Schuss. Milchtopf auf dem Herd immer noch lau. Flau. Angebot, da kommt gleich viel warme Milch – kein Gehör. Na, egal, nicht mein Bier. Dennoch mal nachgucken, bevor sie überkocht. Tut sie nicht aber heiß ist sie. Also den Riesentopf in den Frühstücksraum. Nicht auf den Tisch. Büfett. Da steht se. Kriegt man gar nicht umgegossen. Wer wie wohin.
Kinder essen Müsli, Crunchy, Flocken. Alle mit kalter Milch. Holen welche nach aus der Küche. Kaffee auch alle. Ich mahle und koche neuen. Anderer fertig, umgießen in Thermos. Ja, alles gut ausgestattet. Leute hier Kaffee, Milch ist da, warm.
Na ja, da steht sie. Wieder lau. Haut ist drauf.
Später kalt. Auf dem Herd. Mit Deckel. Mit Haut. Die ist gelb. Schrumpelig. Oje. Mittags ist Frau aus Israel mit Kochen dran. Alle freuen sich. Sicher superlecker. Milch kommt nicht vor. Aber: nicht mein Business. Ich glaube, den Rest denke ich nicht. War ja schon mal was mit den Brötchen. Geschichten wiederholen sich.
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